Städtebaulicher Rahmenplan Alter Stadthafen, Oldenburg | mit bs+ städtebau und architektur | 2009
Übersichtsplan (Stand WB)
Übersichtsplan (Stand WB)
Team Stefan Bernard (Entwurf/Projektleitung); Fabian Lux, Agata Waszczuk
Bauherr Stadt Oldenburg, Amt für Stadtplanung
Städtebau und Architektur bs+ städtebau und architektur, Frankfurt am Main
Fläche 12 ha (davon 4 ha Freianlagen)
Adresse Staustraße, 26122 Oldenburg

Oldenburgs Stadtbild wird heute bestimmt durch den Nebeneinander von engen Gassen der Altstadt und den angrenzenden großzügigen Stadterweiterungen. In deutlichen Kontrast dazu steht das Gebiet um den „Alter Stadthafen“. Dieses erstreckt sich auf ca. 12 ha beidseits des Flusses Hunte, der an dieser Stelle eine im Oldenburger Kontext außergewöhnliche Breite von etwa 125 m aufzuweisen hat. Von der Innenstadt bzw. vom Bahnhof her kommend öffnen sich hier großartige Ausblicke auf den Schiffsbetrieb, die Krananlagen, den alten Wasserspeicher und die Silos im Hafengebiet: hier spürt man wenig von der Oldenburger Beschaulichkeit, ahnt vielmehr, dass das Meer nicht mehr allzu weit entfernt sein kann.

Diese Beobachtungen führten zum zentralen Ansatz der im Wettbewerb prämierten Arbeit: die Inszenierung der stadträumlich besondere Stellung des Alten Hafens (Stichwort Weite/Meer/Himmel). Ziel war, Oldenburg ein komplementäres Gegenüber zu den vorhandenen Qualitäten anzubieten.

Die genannten Schlüsse führten zur zentralen städtebaulichen Idee, die zu entwickelnden Bereiche unmittelbar an den Ufern der Hunte nicht durch räumlich einengende Gebäude zu besetzen. Vielmehr sollen großzügige Freiräume die Weite des Wasserraums unterstützen.

Die beiden neuen Freiräume südlich und nördlich der Hunte betonen die Unterschiede zwischen einem urbanen Nordteil (Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung) und einem wassersportaffinen Südteil (Dienstleistung, „Kompetenzzentrum Boot“). Städtebaulich ist der nördlich der Hunte gelegene Teil durch die Weiterentwicklung des Bebauungskontextes aus dem Bahnhofsviertel mit hohem Wohnanteil charakterisiert. Im Übergangsbereich zwischen neuer Wohnbebauung und Hunte soll ein hochwertiger Freiraum („Park an der Hunte“) entstehen.

Dem stark durchgrünten Charakter des Parks steht der südlich gelegene Hafenplatz komplementär gegenüber. Sein eher steinerner und robuster Charakter soll auch an die bisherige Nutzung als Industriehafen erinnern und den hier vorgesehenen Nutzungen bestmöglich entsprechen. Linear angeordnete Baumhaine schaffen zusätzliche Aufenthaltsqualität und lenken den Blick zu den Türmen der Lambertikiche in der Innenstadt. Eine neu geschaffene, großzügige Marina mit den künftig hier anlegenden Booten wird dabei für Oldenburg eine wichtige Attraktion darstellen.