Vulkanplatz | Zürich | 2006
Das Elastomer  - ein attraktives Objekt mit hohem Spielwert
Das Elastomer - ein attraktives Objekt mit hohem Spielwert



Das Entwicklungsgebiet um den Vulkanplatz in Zürich liegt zwischen den gewachsenen städtebaulichen Quartieren Altstetten und Grünau. Durch die angrenzenden Verkehrslinien (Brücke, Bahn, Straße) ebenso wie durch die Neuplanung befindet sich das Gebiet in einer Art Insellage, emotional wie räumlich getrennt von seiner jetzigen Umgebung bzw. dessen Bewohnern.
Der Vulkanplatz als Bahnhofsvorplatz und Verkehrsknotenpunkt ist ein Ort der Bewegung, des Transitorischen:
an- und abfahrende Busse, Trambahnen und Pkws überlagern sich im Bild mit einem ständigen Kommen und Gehen von ein-, aus-, und umsteigende Passanten und Reisenden.

Der Entwurfsansatz sucht den an sich flüchtigen Charakter des Platzes mit einer deutlichen räumlichen Intervention zu bereichern: aus der an sich freien Platzfläche erhebt sich ein neues, ungewohntes Objekt, das Elastomer: er ist Grenze ebenso wie räumlicher Schwerpunkt des Platzes, Identifikations- ebenso wie Treffpunkt.

Das Elastomer besteht aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer), einem gummi-elastischer Werkstoff. Das Material steht in thematischer Beziehung zum Namensgeber für den Platz: Vulkanisation [nach Vulcanus, röm. Gott des Feuers] ist ein Verfahren, bei dem Kautschuk widerstandsfähig gemacht wird. Der Namen „Vulkanplatz“ erinnert an die früher hier ansässige gleichnamige Autofabrik.

Strukturell besteht das Elastomer aus einem sich aufweitendem Rhythmus linear angeordnete Kuben und bildet eine Metapher auf der dem Platz innewohnende Dynamik. Aus der Ferne starr und skulptural entpuppt sich das Elastomer in der Annäherung als ein vielfältig zu bespielbares Objekt. Die variierenden Abstände zwischen den Kuben erzeugen Räume mit unterschiedlicher akustischer und visueller Wirkung. Durch die Verwendung abgestufter Shore-Härtegrade für die EPDM-Hülle ergeben sich vielfältige Nutzungsmöglichkeiten mit jeweils eigener Optik und Haptik.